Artikelstamm Q1/2026: Hochpreiser wachsen, OTC schrumpft
Im ersten Quartal verzeichnet der Artikelstamm einen Zuwachs von 5.263 Einträgen auf insgesamt 734.316 Positionen. Das pharmazeutische Kernsortiment, also der Bereich der Arzneimittel, zeigt dabei ein differenziertes Bild: So steigt die Anzahl der verschreibungspflichtigen Präparate leicht von 35.911 auf 35.953, während sich die Zahl der OTC-Produkte von 69.242 auf 68.348 reduziert. Dieser Rückgang spielt sich überwiegend bei Mitteln der besonderen Therapierichtungen (Homöopathie, Biochemie) ab.
Eine detailliertere Analyse des Rx-Segments zeigt, dass die Hochpreiser (APOEK ≥ 1.238,50 Euro) mit einem Zuwachs von 25 bei einer Grundgesamtheit von 1.769 Artikeln sowohl prozentual als auch absolut stärker wachsen als das absatzmäßig dominierende Preissegment. Dieses wächst lediglich um 17 auf insgesamt 34.184 Artikel.
Rechnet man alles zusammen — Rx einschließlich Parallel- und Reimporte und OTC — dann liegt der Anteil der Arzneimittel nur noch bei rund 18 % des gesamten Artikelstamms, während der Löwenanteil, nämlich 82 %, auf das apothekenübliche Sortiment entfällt.
Preisentwicklung: Durchschnitt vs. Median
Eine Analyse des Artikelstamms unter preislichen Gesichtspunkten verdeutlicht die Problematik der Hochpreiser. Kurz gesagt verzerren teure Arzneimittel die Aussagekraft zur Preisentwicklung im „Brot-und-Butter-Geschäft” der Apotheken erheblich.
Während der Durchschnittspreis im gesamten Rx-Sortiment im ersten Quartal von 376,67 Euro (Stand: 1. Januar 2026) um 8,69 Euro auf 385,36 Euro (Stand: 31. März 2026) ansteigt, zeigt der Median ein anderes Bild: Er liegt bei lediglich 22,79 Euro und ist im Vergleich zum Jahresbeginn sogar um 0,02 Euro gesunken. Ohne die Hochpreiser-Gruppe fällt der Median auf 20,39 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Rückgang um elf Cent.
Die Diskrepanz zwischen Durchschnitt und Median verdeutlicht, wie stark die Preisentwicklung von wenigen extrem teuren Präparaten beeinflusst wird. Quantitativ stehen zehn Preissenkungen nur einer Preiserhöhung gegenüber. In der Praxis ist daher mit Lagerwertverlusten zu rechnen. Besonders kritisch war im ersten Quartal der Wertverlust bei Rivaroxaban-Generika, deren Wert sich mehr als gezehntelt hat.