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Markt

Neue Festbeträge im zweiten Quartal 2026: Was man beachten sollte

Festbetragsänderungen Q2/2026 — Übersicht Senkungen und Erhöhungen

Zum 1. April 2026 wurden die Festbeträge für Arzneimittel umfassend angepasst. Von diesen Änderungen sind zahlreiche Wirkstoffe und Pharmazentralnummern betroffen. Für Apotheken ist es von entscheidender Bedeutung, die Auswirkungen auf die Beratung und mögliche Zuzahlungen der Patienten zeitnah zu analysieren, um gegebenenfalls darauf reagieren zu können.

Festbeträge-Vergleich: 15.03.2026 → 01.04.2026

Überblick

KennzahlWert
Datensätze alt (15.03.)33.786 PZN
Datensätze neu (01.04.)34.249 PZN
Neu aufgenommen584 PZN
Entfernt121 PZN
Festbetrag geändert4.700 PZN
davon gesenkt4.182 (89 %)
davon erhöht518 (11 %)
Ø Änderung−30,76 € je PZN

Insgesamt wurden 4.700 Festbeträge verändert, wobei 89 % der Änderungen Senkungen darstellen. Nur 11 % wurden erhöht. Es wurden 584 neue PZN in die Festbetragsregelung aufgenommen, während 121 PZN entfielen.

Teilweise massive Einschnitte bei Onkologika und Spezialpräparaten

Besonders auffällig sind die drastischen Senkungen bei folgenden Arzneimitteln:

  • Fulvestrant (Brustkrebstherapie): Der Festbetrag wurde halbiert.
  • Filgrastim (G-CSF, z. B. Neupogen): Der Festbetrag wurde halbiert.
  • Aripiprazol (Psychopharmakon): Senkung um durchschnittlich knapp 50 %.

Die Senkungen sind vor allem auf die Konkurrenz durch weitere Generika zurückzuführen. Das kann zu einer höheren Zuzahlungsbelastung für Patienten führen.

Erhöhungen gibt es bei wenigen Präparaten:

  • Abirateron (Prostatakarzinom): Anstieg um ca. 15 %
  • Cyanocobalamin (Vitamin B12): deutliche Erhöhung um bis zu 137 %

Strukturelle Änderungen und Risiken

Neben den Preisänderungen gab es auch strukturelle Anpassungen:

  • Neu aufgenommen: Präparate mit Wirkstoffen wie Brimonidin, Rivaroxaban (Stärke 2,5 mg) und Teriflunomid wurden neu in die Festbetragsregelung aufgenommen.
  • Entfallene PZN: 121 PZN, darunter die Wirkstoffe Nitrofurantoin oder Minocyclin.
  • Kleine Festbetragsgruppen: 19 Gruppen bestehen nur noch aus zwei bis drei Präparaten. Ein Marktrückzug einzelner Produkte könnte hier schnell zu Versorgungsproblemen führen.

Gruppen mit nur 2 Vertretern

FestbetragsgruppeAnz.
Beta2-sympathomimetische Antiasthmatika, Gruppe 12
Ciclosporin, Gruppe 12
Cromoglicinsäure, Gruppe 22
Diclofenac, Gruppe 42
Diltiazem, Gruppe 12
Metoclopramid, Gruppe 32
Neuroleptika, Gruppe 82
Promethazin, Gruppe 22
Verapamil, Gruppe 32

Gruppen mit nur 3 Vertretern

FestbetragsgruppeAnz.
Aciclovir, Gruppe 33
Beta2-sympathomimetische Antiasthmatika, Gruppe 53
Butylscopolamin, Gruppe 33
Flutamid3
H1-Antagonisten, Gruppe 33
Haloperidol, Gruppe 23
Paracetamol, Gruppe 1A3
Pindolol, Gruppe 13
Piracetam, Gruppe 23
Sulfamethoxazol und Trimethoprim, Gruppe 23

Größte prozentuale Senkungen

FestbetragsgruppePZNFB alt (€)FB neu (€)Δ abs.Δ %
Filgrastim, Gruppe 1151186,5987,62−98,97−53,0 %
Fulvestrant, Gruppe 154175,6887,76−87,92−50,0 %
Aripiprazol, Gruppe 1478137,5472,27−65,27−47,5 %
Zoledronsäure, Gruppe 17384,3051,06−33,24−39,4 %
Imatinib, Gruppe 162100,2865,74−34,54−34,4 %
Febuxostat, Gruppe 17823,0415,67−7,37−32,0 %
Bicalutamid, Gruppe 111662,2644,72−17,54−28,2 %
Amoxicillin + Clavulansäure, Gruppe 27831,7623,41−8,35−26,3 %
Eplerenon, Gruppe 124044,5333,24−11,29−25,4 %
Leflunomid, Gruppe 112255,9244,57−11,35−20,3 %
Duloxetin, Gruppe 128630,2024,29−5,91−19,6 %
Pregabalin, Gruppe 174749,5541,90−7,65−15,4 %
Amiodaron5835,2529,94−5,31−15,1 %
Teriparatid, Gruppe 148430,80367,54−63,26−14,7 %
Buprenorphin, Gruppe 231632,7428,74−4,00−12,2 %
Memantin, Gruppe 116620,6218,27−2,35−11,4 %
Clopidogrel, Gruppe 19718,4616,56−1,90−10,3 %
Glucocorticoide, oral, Gruppe 32118,6816,92−1,76−9,4 %
Infliximab, Gruppe 146710,00659,65−50,35−7,1 %
Methocarbamol, Gruppe 13817,7117,06−0,65−3,7 %

Größte prozentuale Erhöhungen

FestbetragsgruppePZNFB alt (€)FB neu (€)Δ abs.Δ %
Thiamin-HCl zur Substitution, Gruppe 241,805,09+3,29+182,8 %
Voriconazol, Gruppe 1161,183,14+1,96+166,1 %
Antitussiva, Gruppe 2B510,8818,67+7,79+71,6 %
Sulfamethoxazol + Trimethoprim, Gruppe 2314,4223,03+8,61+59,7 %
Etilefrin, Gruppe 1612,5219,69+7,17+57,3 %
Magnesium, Gruppe 2135,007,28+2,28+45,6 %
Ophthalmika, vasokonstriktorisch114,285,85+1,57+36,7 %
Beta2-Sympathomimetika, Gruppe 5313,5918,55+4,96+36,5 %
Diclofenac, Gruppe 4215,1020,10+5,00+33,1 %
Xylometazolin403,204,24+1,04+32,5 %
Furosemid, Gruppe 3912,6316,14+3,51+27,8 %
Cromoglicinsäure, Gruppe 185,366,69+1,33+24,8 %
Sulfamethoxazol + Trimethoprim, Gruppe 1913,5516,62+3,07+22,7 %
Nimodipin, Gruppe 1923,4428,70+5,26+22,4 %
Benzoylperoxid, Gruppe 1176,037,18+1,15+19,1 %
Azol-Antimykotika, Gruppe 1B303,704,38+0,68+18,4 %
Metamizol, Gruppe 31313,2815,64+2,36+17,8 %
Thiamin + Pyridoxin, Gruppe 1115,316,15+0,84+15,8 %
Theophyllin, Gruppe 2714,4316,48+2,05+14,2 %
Abirateron, Gruppe 163492,02551,37+59,35+12,1 %

Fazit

Die Festbetragsanpassungen im zweiten Quartal 2026 sind umfangreich und betreffen viele hochpreisige und häufig verwendete Arzneimittel. Für Apotheker bedeutet dies eine größere Herausforderung bei der Beratung, insbesondere im Hinblick auf Zuzahlungen. Entscheidend ist eine frühzeitige Anpassung der internen Prozesse und ein Fokus auf die betroffenen Wirkstoffe, um Patienten optimal zu informieren und eine reibungslose Versorgung sicherzustellen.